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Einsatz im größten Offshore-Windpark der Welt: EMH unterstützt Vertriebspartner MTE in der britischen Nordsee

165 Windkraft-Turbinen auf 462 km2 Fläche sorgen für 1.400 Megawatt Nennleistung: Die Zahlen von „Hornsea Two“ sind imposant. Wenn die letzte Anlage 89 Kilometer vor der Küste des britischen Yorkshire in Betrieb geht, löst „Hornsea Two“ seinen Vorgänger „Hornsea One“ als größten Offshore-Windpark der Welt ab. Weit über 1,5 Millionen Haushalte werden dann mit grünem Strom versorgt. Zuvor wird der produzierte Strom aus den Windanlagen im Umspannwerk gesammelt und durch Transformatoren auf ein Spannungsniveau von 220 kV umgewandelt, um ihn dann nahezu verlustfrei auf das Festland transportieren zu können.

 

20 HYDROCAL – Offshore bei Honsea Two im Einsatz

 

Damit das reibungslos funktioniert, sind im Windpark „Hornsea Two“ insgesamt 20 HYDROCAL Offshore-Geräte im Einsatz. Sie überwachen die Transformatoren, erkennen Schäden frühzeitig und tragen so entscheidend zu einer effizienten Stromversorgung aus der britischen Nordsee bei. Verantwortlich für die Installation der Geräte ist unser Schweizer Vertriebspartner MTE, den wir mit unseren After-Sales-Services vor Ort unterstützen.

 

HYROCAL 1008 und 1003 Offshore erkennen Mängel frühzeitig

 

Mithilfe von zwölf Einheiten HYDCROAL 1008 Offshore und acht Einheiten HYDROCAL 1003 Offshore können die Betreiber die Konzentration bestimmter Gase, die im Transformatorenöl gelöst sind, prüfen. Ist beispielsweise der Wasserstoffgehalt zu hoch, deutet das auf einen Fehler im Isolationssystem hin. Kommt Kohlenmonoxid hinzu, kann die Zellulose schadhaft geworden sein – wichtige Informationen, anhand derer die Anlagenbetreiber frühzeitig Mängel identifizieren und die notwendigen Maßnahmen einleiten können. Die Geräte wurden zuvor von MTE an den Anlagen installiert. Die verantwortlichen Techniker erhielten Schulungen für den korrekten Umgang mit den HYDROCAL-Einheiten.

 

EMH After-Sales-Service unterstützt beim Weltmarktführer

 

Davon profitiert jetzt das dänische multinationale Energieunternehmen Ørsted, Betreiber von Hornsea One und Hornsea Two. Mit einem Marktanteil von 49 % an Dänemarks Strom- sowie 35 % an der Wärmeerzeugung ist es das größte Energieunternehmen des Landes. Zudem gilt Ørsted mit mehr als 1.000 Offshore-Windturbinen, unter anderem in Deutschland, Dänemark, Schweden und Großbritannien, als Weltmarktführer im Bereich Offshore-Windenergie.

 

Für den HYDROCAL-Einsatz bei Hornsea Two mussten verschiedene Herausforderungen berücksichtigt werden. So wurde unter anderem das Material der Geräte speziell auf die rauen Bedingungen vor Ort angepasst, damit es dem Salzwasser langfristig standhält. Kommt es aller Vorbereitungen und Maßnahmen zum Trotz trotzdem zu einer technischen Störung, macht sich das Offshore-erfahrende After-Sales-Service-Team von EMH zur Unterstützung auf den Weg in die britische Nordsee.

Für den Ernstfall auf hoher See gewappnet – Zertifizierte GWO-Trainings bereiten auf Ernstfall vor

Tobias Pölchen ist der Mann für alle Fälle bei EMH Energie-Messtechnik GmbH. Denn bei seinen Offshore-Einsätzen hat es ihn unter anderem schon in die Nordsee, die Irische See oder vor die Ostküste Englands getrieben. Dort installiert und prüft er in den Windparks HYDROCAL-Systeme, die Transformatorenschäden frühzeitig identifizieren und so einen reibungslosen Betrieb der Anlagen gewährleisten. Außerdem schult der 31-jährige vor Ort Service-Mitarbeiter im Umgang mit den Geräten.

Doch bevor Pölchen vor zwei Jahren zu seinem ersten Offshore-Einsatz für die EMH fliegen durfte, musste er zunächst selbst zu einer Schulung. Die ist mit einer normalen Lehrveranstaltung jedoch nicht zu vergleichen und bringt die Teilnehmer körperlich und mental an ihre Belastungsgrenzen.

Zertifikate sind Voraussetzung für Offshore-Einsatz

Ein Offshore-Einsatz ist immer aufs Neue ein kleines Abenteuer. Weil Abenteuer aber oft auch Gefahren bergen, gilt es, für den Ernstfall gewappnet zu sein. Und der bedeutet für Techniker an Windenergieanlagen: ein Sturz ins offene Meer. Pölchen ist deswegen gut vorbereitet – durch die Global Wind Organisation (GWO). Die Non-Profit-Organisation der führenden Windenergieanlagenhersteller bietet verschiedene Trainings an, die je nach Offshore-Tätigkeit zuvor absolviert werden müssen und vergibt dann die jeweiligen Zertifikate – ohne Zertifikat kein Einsatz – ohne Einsatz kein Service durch EMH.

Wellengang und schlechtes Licht: In Schulungseinrichtungen herrschen realitätsnahe Bedingungen

Durchgeführt werden können die Trainings in verschiedenen Schulungseinrichtungen, die von der GWO für eine Zertifizierung zugelassen sind. Eine davon befindet sich in Cuxhaven. Dort, bei der O.S.T. Cuxhaven, kennt sich Pölchen bereits bestens aus. Denn die verschiedenen Trainings müssen regelmäßig absolviert werden: die meisten nach zwei, simulierte Hubschraubereinsätze nach vier Jahren. Neben Theorieinhalten geht es für die Teilnehmer in die Praxis.

Die ist intensiv und wird dank hochmoderner Technik den Bedingungen auf dem Meer realitätsnah nachempfunden. Im Überlebensanzug müssen sich die Teilnehmer unter anderem unter Wasser befreien, heftiger Wellengang und gedimmtes Licht inklusive. „Ich habe zuvor zwar noch kein Survival Training absolviert, kann mir aber vorstellen, dass die Einheiten unter Wasser nah an das herankommen, was die Teilnehmer dort erleben“, berichtet Pölchen von seinen Schulungserfahrungen in Cuxhaven.

Mit gutem Gefühl zum nächsten Einsatz

Maßnahmen im Bereich Arbeitsschutz sowie Weiterbildungen sind wichtige wiederkehrende Bestandteile der Arbeit bei EMH. Denn bei Einsätzen steht die Sicherheit der Kolleginnen und Kollegen immer an erster Stelle. Pölchen hat sich an die Trainings gewöhnt, physisch und psychisch herausfordernd bleiben sie trotzdem. In 14 Monaten ist er wieder in Cuxhaven. Dann stehen sechs verschiedene Trainingsmodule, unter anderem für das Überleben auf See und eine erweiterte Erste Hilfe, auf dem Plan. Wenig später geht es dann bereits zum nächsten Offshore-Einsatz – mit dem guten Gefühl zu wissen, wie er im Ernstfall reagieren muss.

Hubschrauber Nordsee Offshoreeinsatz