Mobile Allround-Lösung beschleunigt Analyse komplexer Zählerinstallationen

Tragbares Prüfsystem PTS 3.3 genX von EMH bietet erweiterte Funktionalität und komfortable Handhabung

 EMH setzt die Modernisierung des Produktportfolios an tragbaren Testsystemen konsequent fort. Nachdem die Gerätetypen PTS 2.3, PWS 2.3 sowie CheckMeter 2.3 bereits mit erweiterter Funktionalität erhältlich sind, wurde nun auch der Prüfzähler PTS 3.3 auf eine „genX“-Variante vorbereitet und der Prototyp fertiggestellt.

 Die erweiterte Typbezeichnung „genX“ steht für Touch-Screen-Technologie, große Farbdisplays inklusive grafischer Benutzerschnittstelle sowie variable Datenübertragung via USB, WLAN oder Ethernet. Neben bewährten Merkmalen wie Präzision und Langlebigkeit bietet die neueste Generation der EMH-Testsysteme die Möglichkeit, analoge wie auch digitale Zählerinstallationen jedweder Art umfassend zu analysieren.

Als dreiphasiges Testsystem der Klasse 0.05 ausgelegt, geht der Funktionsumfang des PTS 3.3 genX weit über die Genauigkeitsprüfung einzelner Zähler hinaus. Ausgestattet mit einer unabhängigen Strom- und Spannungsgenerierung bis zu 120 A bzw. 500 V, erfasst das System auch Zustandsdaten der Zählerinstallation insgesamt und analysiert die zugrundeliegende Netzsituation. Die Ergebnisse werden unmittelbar auf dem integrierten 9-Zoll-Farbdisplay dargestellt, können für weitergehende Auswertungen und Dokumentationszwecke über den eingebauten Webserver aber auch an externe Geräte wie Tablet, Desktop-PC oder Laptop übergeben werden. Die Touch-Screen-Technologie erleichtert zudem die Bedienung des Systems und trägt dazu bei, dass die Prüfvorgänge insgesamt beschleunigt werden.

PTS 3.3 genX erlaubt die Spannungs- und Strommessung auf direktem Wege oder unter Einsatz externer Sensoren, die Bürdenmessung von Strom-(CT) und Spannungs-Messwandlern(PT) sowie Wirk-, Blind- und Scheinenergiemessungen in 3- oder 4-Leiter-Schaltungen. Die Analyse der Netzsituation erfolgt per Vektordiagramm, Oberwellenspektrum und Drehfeldanzeige. PTS 3.3 genX kann optional auch mit der Software CALegration verknüpft werden und zeichnet sich darüber hinaus durch eine extrem geringe Anfälligkeit gegenüber möglichen Störeinflüssen aus.

Im Tiefflug zur HYDROCAL-Wartung

Abenteuerliche Umstände begleiten Serviceeinsatz auf der Nordsee

„After Sales Service“ klingt nicht unbedingt nach einer Stellenbezeichnung, die geradezu abenteuerliche Einsätze an ungewöhnlichen Orten erwarten lässt. In den meisten Fällen mag das auch zutreffen – aber nicht auf den Job von Tobias Pölchen. Der 28-Jährige kümmert sich bei EMH um den After Sales Service im Bereich Transformator Monitoring. Tobias Pölchen sorgt dafür, dass unsere HYDROCAL-Systeme zur Früherkennung von Transformatorenschäden immer einwandfrei funktionieren. Er installiert die neueste Firmware, schult das Servicepersonal unserer Kunden im Umgang mit den Geräten.

Turbinen 100 Meter über dem Meeresspiegel

Nun gut, bis hierher klingt das nicht unbedingt abenteuerlich – wird es aber, wenn der Terminkalender die Wartung eines HYDROCAL Offshore-Systems vorsieht. Jüngstes Beispiel: After Sales Service im Windpark „Merkur Offshore“, rund 45 Kilometer nördlich von Borkum in der Nordsee gelegen. Gerade erst in Betrieb genommen, können 66 Windenergieanlagen auf einer Gesamtfläche von 47 Quadratkilometern bis zu 396 Megawatt Strom erzeugen. Die Windräder vom Typ „Haliade 150“ hat General Electric geliefert, die Turbinen besitzen eine Nennleistung von je 6 MW. An der Nabe 100 Meter über dem Meeresspiegel werden mit einem Durchmesser von 150 Metern die größten Rotoren eingesetzt, die für solche Anlagen momentan überhaupt verfügbar sind.

Schlechte Sicht und ohrenbetäubender Lärm

Tobias Pölchen ist es gewohnt, dass Schnee und Eis oder Staus auf der Autobahn die Anreise zum Einsatzort gelegentlich verzögern. In diesem Fall bringt schlechte Sicht über der Nordsee die Planungen etwas durcheinander. Früh morgens um halb sieben sollte es losgehen, mit dem Hubschrauber vom Flugplatz Emden gen „Merkur Offshore“. Erst eineinhalb Stunden später hatte sich das Wetter aber soweit aufgeklart, dass der Start möglich wurde. Besonders komfortabel ist die Reise nicht unbedingt. Überlebensanzug und Schwimmweste engen die Bewegungsfreiheit ein, Ohrenstöpsel und Gehörschutz-Kopfhörer dämpfen den Lärm an Bord des Helikopters. Und weil die Sicht zwar besser, aber noch nicht gut geworden ist, rast die Maschine nur 100 Meter über der Nordsee dahin, bis das Offshore-Team nach 30 Minuten Tiefflug wohlbehalten die zentrale Plattform des Windparks erreicht.

Offshore-Einsätze werden zur Routine

Was folgt, ist für Tobias Pölchen Routine: Die IEC 61580-Modems der beiden HYDROCAL 1008 Offshore-Systeme müssen aktualisiert werden, die Firmware bekommt ein Update, und gemeinsam mit Technikern des Plattformbetreibers wird die Datenverbindung zum Festland auf Herz und Nieren überprüft. Am späten Nachmittag geht es dann wieder per Lufttaxi zurück nach Emden – dank besserer Sicht nun nicht mehr „knapp über den Wellen“. Gänzlich neu ist all das für Tobias Pölchen übrigens nicht. In diesem Jahr haben ihn seine Aufgaben schon dreimal auf die hohe See geführt, neben „Merkur Offshore“ ging es bereits zum Windpark „Race Bank“ vor der Ostküste Englands und nach „Walney Extension“ in der Irischen See – mit einer installierten Leistung von 659 MW derzeit der größte Offshore-Windpark der Welt, dessen Betreiber ebenfalls auf HYDROCAL-Systeme von EMH vertrauen.