Strom für Afrika: Kleine Fortschritte auf einem langen Weg

EMH unterstützt Aufbau stabiler Netze mit Know-how und modernster Technik

Strom kommt aus der Steckdose. Rund um die Uhr und – von seltenen Ausnahmen abgesehen – absolut zuverlässig. Was hierzulande banal klingt, ist für unzählige Bewohner des afrikanischen Kontinents nach wie vor Utopie. Während es um die Stromversorgung im Norden Afrikas vergleichsweise gut bestellt ist, beträgt die Elektrifizierungsrate in vielen Ländern Zentralafrikas nach Angaben der Internationalen Energieagentur im Durchschnitt weniger als 15 Prozent.

Einerseits mangelt es an den nötigen Kapazitäten zur Stromerzeugung: 1,2 Milliarden Menschen stehen pro Jahr rund 160.000 MW an installierter Netto-Leistung gegenüber. In Deutschland liegt dieser Wert aktuell bei mehr als 200.000 MW – bei lediglich 82,5 Millionen Einwohnern. Andererseits fehlt die zur Versorgung erforderliche Infrastruktur: In Deutschland gibt es kaum eine Wohnung ohne Zugang zum Stromnetz – in Afrika sind schätzungsweise 650 Millionen Menschen davon noch weit entfernt.

Liberalisierung ermöglicht private Investitionen

Bei alledem gibt es aber auch gute Nachrichten: Langsam, aber sicher geht es auch südlich der Sahara mit der Elektrifizierung voran. Ausgangspunkt ist die zunehmende Deregulierung der nationalen Strommärkte. Die meisten afrikanischen Länder haben inzwischen das staatliche Monopol im Energiesektor aufgegeben. Die Bereiche Stromerzeugung und -vermarktung wurden vielerorts privatisiert und internationalen Investoren übergeben, während die Leitungsnetze nach wie vor hoheitlich betrieben werden. Parallel dazu arbeiten Energieversorger und staatliche Aufsichtsorgane mit Hochdruck an den nötigen Regelwerken, die für einen stabilen Netzbetrieb unerlässlich sind.

Ganz oben auf der Prioritätenliste rangiert dabei die konsequente Eindämmung von Energieverlusten. In Ghana beispielsweise erreicht die Differenz zwischen gelieferter Strommenge und abgerechnetem Verbrauch Werte zwischen 25 und 30 Prozent. Als Ursache gelten in Afrika weit verbreitete Zählermanipulationen und Stromdiebstahl, aber auch erhebliche technische Mängel bei der Verbrauchsmessung. Das soll sich ändern: „Die afrikanischen Energieversorger orientieren sich verstärkt an europäischen Standards und Normen, damit sie das gewaltige Problem der Energieverluste schnell in den Griff bekommen können“, sagt EMH-Geschäftsführer Karsten Schröder.

Gesamtes Spektrum der Prüftechnik gefragt

Im Norden Afrikas setzen Versorgungsunternehmen schon seit Jahrzehnten auf Prüftechnik von EMH, nun rücken aber auch Länder wie Ghana oder Nigeria mehr und mehr in den Vordergrund. Präsentationen des EMH-Portfolios oder Schulungsangebote stoßen dort auf großes Interesse, berichtet Schröder: „Die afrikanischen Kunden achten gerade bei Neuinvestitionen darauf, dass die Produkte dem neuesten Stand der Technik entsprechen“, so der EMH-Geschäftsführer. Die Wunschliste umfasst das gesamte Gerätespektrum: „Stromzähler werden in Afrika oft aus Billiglohnländern importiert, zur Qualitätssicherung braucht es dann stationäre Prüfeinrichtungen. Tragbare Prüfgeräte werden gerne eingesetzt, um Zählermanipulationen aufzudecken, und mit unserem Frühwarnsystem HYDROCAL leisten wir einen wichtigen Beitrag zur Stabilität der Hochspannungsnetze.“

Europäische Standards für den afrikanischen Energiesektor sind zwar noch Zukunftsmusik; die Bestrebungen zum Aufbau einer flächendeckenden Stromversorgung haben aber derart Fahrt aufgenommen, dass sie kaum zu stoppen sind. EMH ist dabei.