Trauernde Kinder brauchen eine angemessene Begleitung

 

EMH unterstützt Ambulanten Hospizdienst in Winsen/Luhe

Den Tod eines Familienangehörigen zu verkraften, stellt für jeden Menschen eine schwer zu bewältigende Aufgabe dar. Was für Erwachsene gilt, macht der Seele eines Kindes erst recht zu schaffen. Bis ein Kind etwa zehn Jahre alt ist, bemerkt es zwar das Fehlen einer vertrauten Person, kann das veränderte Verhalten der Erwachsenen in seinem Umfeld aber nicht verstehen. Umso wichtiger ist es, dass Kinder gleich welchen Alters in die Rituale des Abschiednehmens und in den Prozess der Trauerbewältigung einbezogen werden. Mögen Eltern, Großeltern oder ältere Geschwister in einer solch belastenden Situation sicherlich tröstende Nähe spenden können, so suchen die Jüngsten auch eigene Wege der Trauerbewältigung. Manche ziehen sich zurück und wollen „mit dem Rest der Welt“ erst einmal nichts mehr zu tun haben, andere werden wütend oder reagieren mit übertriebener Fröhlichkeit. Mit alldem angemessen umzugehen, führt viele Familien schnell an die Belastungsgrenze.

Hilfestellung für den eigenen Lebensweg

Einrichtungen wie der Ambulante Hospizdienst des Kirchenkreises Winsen/Luhe haben es sich zur Aufgabe gemacht, trauernde Kinder auf angemessene Weise zu begleiten. Kinderhospizliche Begleitungen können ab der Diagnosestellung einer lebensverkürzenden Erkrankung in Anspruch genommen werden und werden damit für Kinder und Jugendliche in einer schweren Zeit auch zu Lebensbegleitungen über einen längeren Zeitraum. Speziell geschulte, ehrenamtliche Kräfte kümmern sich einerseits um schwerkranke Kinder in ihrer letzten Lebensphase, andererseits aber auch um Kinder und Jugendliche, die den Tod eines nahestehenden Menschen bewältigen und zugleich ihren eigenen Lebensweg fortsetzen müssen. Mit der Kindertrauergruppe „Wolkenschieber“ richtet sich der Ambulante Hospizdienst an Kinder ab sechs Jahre, die Jugendtrauergruppe „Dunkelbunt“ kümmert sich um Jugendliche ab einem Alter von 13 Jahren.

„Kinder trauern anders“, schreibt der Hospizdienst auf seiner Website (http://ambulanter-hospizdienst-winsen.de/). „Viele Kinder und Jugendliche wirken schnell wieder „normal“. Dies erweckt dann manchmal den Eindruck, sie hätten alles gut verarbeitet oder würden gar nicht trauern. Wir möchten mit unseren Gruppenangeboten Kinder und Jugendliche auf ihrem Trauerweg begleiten und ihnen einen geschützten Raum dafür geben.“ Neben offenen Gesprächsangeboten in der Gruppe gibt es bei Bedarf auch die Möglichkeit der Trauereinzelbegleitung. Was Familien zur Bewältigung eines Trauerfalls vielleicht nicht immer selbst leisten können, wird dann zusätzlich von erfahrenen Trauerbegleiterinnen und Trauerbegleitern professionell unterstützt.

Geld für Schulung und Weiterbildung

Der Ambulante Hospizdienst Winsen leistet eine wertvolle gesellschaftliche Aufgabe, die den überwiegend ehrenamtlichen Akteuren viel abverlangt. Statt wie üblich Weihnachtspräsente an unsere Kunden und Geschäftspartner zu überreichen, spendet EMH der Einrichtung in diesem Jahr daher 2.500 Euro. Das Geld soll zweckgebunden für die Schulung bzw. Weiterbildung von zwei ehrenamtlichen Trauerbegleitern eingesetzt werden, zumal Versicherungsträger oder andere öffentliche Institutionen für solche Zwecke üblicherweise keine Fördermittel bereitstellen. Als Team von EMH wünschen wir uns, dass wir mit dieser Entscheidung auch im Sinne unserer Geschäftspartner und Kunden handeln.

 

Von links Dagmar Brüger (Kinderhospizbegleiterin/ Erw. und Kindertrauerbegleiterin, Andrea Kenne (Koordiantorin), Christoph Bausch (Kinderhospizbegleiter), Nicole Meyer (Kinderhospizbegleiterin/Erw. und Kindertrauerbegleiterin)