EMH in der Tagesschau

In den vergangenen Wochen haben wir hier im Blog zwei Artikel zum Windenergie- und Solarmarkt in Deutschland veröffentlicht. Dabei haben wir auch das Thema der Subventionen gestreift. Die Tagesschau von gestern berichtet nun, dass es einen deutschen Haushalt durchschnittlich 125 Euro im Jahr kosten wird, dass Solar- und Windenergie entsprechend dem EEG ausgebaut werden. So weit so gut, aber dann zeigt der Bericht ein Produkt aus der EMH-Gruppe, mit Namen und Logo deutlich zu erkennen.

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Einerseits freut uns diese kostenlose Werbezeit zur Primetime natürlich, andererseits möchten wir gern richtig stellen, dass wir mit den zu erwartenden Kostensteigerungen und dem EEG nichts zu tun haben.

Den Videomitschnitt finden Sie übrigens auch auf unserer Fanpage unter diesem Link.

Der Solarmarkt in Deutschland

Vor einiger Zeit haben wir in einem Blog-Artikel Zahlen, Daten und Fakten über den deutschen Windkraftmarkt veröffentlicht. Nachdem die Resonanz auf diesen Artikel positiv war und wir hier auf Interesse gestoßen sind, haben wir Ihnen nachfolgend einige Informationen zum Solarmarkt in Deutschland aufbereitet. Dieses Thema genießt ebenfalls gerade eine breite politische und wirtschaftliche Aktualität, auch deswegen wollen wir hier Fakten nennen, natürlich ergänzt um Meinungen und Einschätzungen von Teilnehmern aus der Branche.

Im Jahr 2001 hat die German Consulting Group eine Umfrage unter 89 Führungskräften und leitenden Angestellten aus den Bereichen Herstellung, Betrieb und Projektierung durchgeführt. Die Umfrage ist nicht repräsentativ, aber der Umstand, dass nur 2% der Befragten die wirtschaftliche Entwicklung des Solarmarktes in Deutschland als sehr gut, bzw. 6% als gut eingestuft haben, hat dennoch eine gewisse Aussagekraft. Insgesamt 59% der Befragten stufen die Entwicklung als schlecht oder sogar sehr schlecht ein.

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Dabei hat die Photovoltaik im Jahr 2011 mit rund 43% nach wie vor den größten Umsatzanteil innerhalb der Branche der erneuerbaren Energien, bei einem Gesamtmarktvolumen von etwa 25 Mrd. Euro. Eine Gesamtübersicht bietet die nachfolgende Grafik.

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Dennoch breitet sich innerhalb der Branche zunehmend eine Katerstimmung aus. Dies hat im Kern zwei Ursachen, zum einen die echte oder augenscheinliche Reduktion der Branchensubventionen. Zum anderen der wachsende Konkurrenzdruck. Die erste Ursache mutet dabei ein Stück weit vorgeschoben an, wenn man berücksichtigt, dass die durch Einspeisevergütungen erzielten Subventionen der Branche mindestens bis 2013 auf über 75 Mrd. Euro weiter ansteigen werden. Das entspricht gegenüber dem Stand von 2011 einer Steigerung von ungefähr 25% und geht einher mit einer Zunahme der installierten Leistung, die nach wie vor ungebrochen ist. Gleichzeitig genießt die Solarenergie in Deutschland eine Zustimmung von mehr als 75% der Bevölkerung, auch diese ist ungebrochen.

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Weit schwerer wiegen dürfte deswegen die zweite Ursache, das Erstarken der internationalen Konkurrenz, insbesondere aus China. China selbst belegt zwar im Jahr 2011 nur den sechsten Platz im Länder-Ranking (nach installierter Photovoltaikleistung) und Deutschland belegt weiter unangefochten den Spitzenplatz, mit 24,7 Gigawatt installierter Nennleistung. Aber China hat als Lieferant substanziell aufgeholt und Deutschland inzwischen deutlich verdrängt.

Im Jahr 2004 lag der Anteil Deutschlands am weltweiten Solar-Umsatz bei 69% und der von China bei 7%. Im Jahr 2010 haben sich die Kräfteverhältnisse deutlich verändert, China führt den weltweiten Markt mit einem Anteil von 45% inzwischen an, der Anteil Deutschlands hat sich auf 21% reduziert. Nun muss das in einem signifikant wachsenden Markt nicht unbedingt bedeuten, dass die deutschen Anlagenhersteller und Projektierer weniger verdienen, aber es zeigt den immensen Druck der im Markt herrscht.

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Weitere Prognosen gehen davon aus, dass der Anteil der deutschen Solarmodulproduktion in den kommenden Jahren weiter zurückgehen wird, auf 12 % im Jahr 2020. Im Rahmen der oben bereits erwähnten Befragung durch die German Consulting Group gaben übrigens 43 % der Befragten an, dass Einfuhrbeschränkungen gegen ausländische, insbesondere asiatische Importe kurz- bzw. mittelfristig errichtet werden sollten. 34% gaben an, dass solche Beschränkungen zumindest geprüft werden sollten. Hier scheint der Gedanke vorzuherrschen, dass man, wenn man international nicht mehr konkurrenzfähig ist, sich zumindest den nationalen Markt sichern will. Vermutlich eine sehr kurzfristige Betrachtung. Die Dramatik der Gesamtsituation wird vielleicht auch daran deutlich, dass von neun führenden und in Deutschland notierten Unternehmen der Solarbranche nur zwei Unternehmen mehr als 1 Mrd. Euro Umsatz erzielt haben und ebenfalls nur zwei Unternehmen einen Gewinn. Dabei gibt es nur einen einzigen Player, der sowohl bei Umsatz als auch Gewinn führend ist. Nahezu alle anderen Anbieter haben mit ihren Geschäften im Jahr 2011 Verluste erzielt und tuen das zum Teil auch bereits seit Jahren.

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Wir sind sehr gespannt, ob den technologisch zwar vielfach führenden deutschen Unternehmen gelingen wird, sich profitabel in diesem Markt zu behaupten. Wir wünschen es Ihnen natürlich, Einfuhrbeschränkungen allein werden aber wohl kaum als Mittel helfen, hier ist die Quadratur des Kreises gefragt, um Technologie-, Qualitäts- und Kostenführerschaft gleichermaßen zu erreichen.

DIN EN ISO 9001 – mehr als nur eine Norm

Im Juni 2012 wurden wir nach ISO 9001:2008 re-zertifiziert. Diese Re-Zertifizierung – bereits seit 2003 waren wir zertifiziert – war und ist uns ein wichtiges Anliegen. Denn einerseits dokumentiert diese Zertifizierung, dass wir nicht nur in einzelnen Bereichen unserer Leistungen qualitativ hochwertig arbeiten, sondern auch durchgängig prozess- und systemorientiert bestehende Qualität sichern und an Verbesserungen arbeiten. Andererseits zeigt die erfolgreiche Rezertifizierung auch, dass wir mit wachsenden nationalen und internationalen Anforderungen Schritt halten und diese erfüllen.

Das freut uns natürlich sehr und wir nehmen das zum Anlass, um ein wenig tiefer zu beleuchten, wer und was sich genau hinter der DIN EN ISO 9001 verbirgt.

Zunächsteinmal handelt es sich bei der International Organisation for Standardizations, kurz ISO um eine regierungsunabhängige Organisation mit Sitz in Genf, die es sich zur Aufgabe gemacht hat industrielle Standards international messbar und vergleichbar zu machen, bzw. diese insgesamt zu harmonisieren. Dazu heißt es auf der Website der ISO:” … to facilitate the international coordination and unification of industrial standards.”

Diese Organisation geht auf eine Initiative von Vertretern aus 25 Ländern im Jahr 1946 zurück. Seit die ISO ihre Arbeit im Jahr 1947 aufgenommen hat, wurden mehr als 19.000 Industriestandards geschaffen und veröffentlicht. Heute hat die ISO Mitglieder aus 164 Ländern und mehr als 150 Mitarbeiter am Standort in Genf. Einen Blick hinter die Kulissen gibt das folgende Video.

Die ISO 9001 gehört wiederum zu einer ganzen Familie von Normen und Standards, die sich auf den Bereich des Qualitätsmanagements beziehen. Dazu gehören noch die ISO 9000:2005, ISO 9004:2009 und ISO 19011.

Die ISO 9001:2008 wiederum formuliert die Anforderungen, die sich an ein Qualitätsmanagement-System stellen und die Unternehmen oder Organisationen erfüllen müssen, wenn sie ihr Qualitätsmanagementsystem auf der Basis eines entsprechenden Audits zertifizieren lassen wollen. Einen guten Überblick finden Sie dabei in dem folgenden pdf, dass die ISO auf Ihrer Website zur Verfügung stellt. Wir haben die Inhalte hier auch noch einmal zusammengefasst.

Die weltweit anerkannte Norm ISO 9001:2000 stellt einen prozess- und systemorientierten Ansatz zu Qualitätsmanagement und kontinuierlicher Verbesserung dar. Sie ermöglicht es Organisationen jeder Art, ein individuell auf ihre Bedürfnisse und Gegebenheiten angepasstes Managementsystem einzuführen. Sie bezieht sich dabei auf die folgenden Perspektiven:

  • Kundenorientierung – Kundenanforderungen verstehen, erfüllen, übertreffen
  • Führung – Übereinstimmung herstellen zwischen Zweck und Ausrichtung der Organisation
  • Mitarbeiterorientierung – Motivation der Mitarbeiter, Einsatz ihrer Fähigkeiten zum Nutzen der Organisation
  • Prozessorientierung – Tätigkeiten und Ressourcen als Prozess zu leiten und zu lenken erhöht ihre Wirksamkeit und Effizienz
  • Systemorientierung – Erkennen, Verstehen, Leiten und Lenken von wechselwirkenden Prozessen als System
  • Ständige Verbesserung – Stetige Verbesserung der Gesamtleistung als permanentes Ziel der Organisation
  • Objektive Analyse zur Entscheidungsfindung – Wirksame Entscheidungen beruhen auf der Analyse von Daten und Informationen
  • Lieferantenbeziehung zum gegenseitigen Nutzen – Erhöhen der Wertschöpfungsfähigkeit beider Seiten

Bei diesen Perspektiven gehen die Urheber der ISO 9001 davon aus, dass ber Erfolg oder Misserfolg eines Unternehmens  nicht nur die Qualität seiner unterschiedlichen Einzelleistungen entscheidet. Eine ebenso große Rolle spielen nach diesem Verständnis die Bereitschaft und Fähigkeit, flexibel, innovativ und schnell auf Veränderungen und Wünsche von Kunden und Märkten zu reagieren. Eine komplexe Anforderung, die nur mit einem wirkungsvollen Qualitätsmanagementsystem zu erfüllen ist.

Wir teilen dieses Verständnis.

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